Die Geschichte der Firma Eckelmann aus Rieste

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PRESSE:


In der Tischlerei Eckelmann wird Inklusion gelebt

Ludger gehört einfach dazu


Handwerksbetriebe haben es schwer. Kleine Handwerksbetriebe haben es schwerer. Rainer Eckelmann weiß das aus Erfahrung. Seit knapp 100 Jahren besteht das Familienunternehmen an der Sögelner Straße 5 in Rieste, das sein Großvater gründete. Der 40jährige Tischler ist der dritte Chef der Tischlerei Eckelmann und er geht mit seinem kleinen Unternehmen mitunter auch schon mal unkonventionelle Wege.


Denn Rainer Eckelmann hat, neben drei Festangestellten , einen Beschäftigten der Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten unter Vertrag. Auf eigene Faust war Ludger Blasczok in das Büro des Tischlermeisters hereingeschneit um zu fragen, ob er bei ihm arbeiten könne. ,,Warum nicht?“ dachte Rainer Eckelmann laut und Ludger Blasczok schlug ein. Das war vor ,,fünf oder sechs Jahren“. So ganz genau weiß das hier keiner mehr. Wichtig ist nur, ,,dass Ludger  dazugehört“. Er ist komplett im Kollegium integriert. Sagt offen und ehrlich was er denkt und erhält seine Antworten in ebendieser Form.


,,Es ist schön hier zu arbeiten“, sagt der Beschäftigte der Reha-Werkstatt Bramsche der sich dort eigentlich nicht so gerne sieht. Anstrengend seien  die Kollegen mitunter und irgendwie sei sein Platz woanders- nämlich hier, wissen die Gesellen von Rainer Eckelmann die immer auf Ludgers Hilfe zählen können.


Dabei müssen sie ihn gar nicht mit Aufträgen bedenken. ,,Er sieht die Arbeit schon von selbst“, lobt sein Chef der an allen Ecken etwas zu tun hat. Mal müssen Stühle geschliffen oder Beschläge sortiert, mal Regale aufgeräumt oder Scharniere geölt werden. Jedes Teil, das in dem Ausbildungsbetrieb an der Sögelner Straße gefertigt wird, ist Handarbeit und jede Bestellung ist machbar, betont Rainer Eckelmann, der gern neue Ideen entwickelt. Das war das Glück von Ludger Basczok der seit März diesen Jahres seinen festen Platz in der Tischlerei Eckelmann hat- und zwar nicht nur als Mitarbeiter der Werkstatt auf einem Außenarbeitsplatz: Bei Familienfeiern kommt er vorbei und grillt, bei allen Betriebsfesten war er schon als Praktikant immer ganz selbstverständlich dabei.


Berührungshemmungen kannte seine Kollegen von Anfang an nicht: Wo gehobelt wird fallen auch schon mal deutliche Worte und das trägt hier keiner dem anderen nach. ,,Wichtig ist, dass die Kollegen- gerade in diesem kleinen Verbund- aufeinander bauen können und das“ , so lobt der Chef, ,,ist immer der Fall. Und Ludger ist da, wo er gebraucht wird“. Manchmal vielleicht auch etwas zu ehrgeizig. ,,Du musst doch auch mal Deinen Urlaub nehmen“, stubste die Mittlerin zwischen Werkstatt und Unternehmen, Hildburg Schumacher den Tischlerei-Gehilfen neulich an. Doch Ludger Basczok wollte davon nichts hören: ,,Das kann ich doch nicht, es ist doch viel zuviel zu tun“, antwortete er nur.


Allerdings vergisst der Werkstatt-Beschäftigte bei allem Pflichtbewußtsein im Kreis der neuen Kollegen den Spaß nicht. Jetzt ist es wieder soweit: Er setzt er sich eine Kindergeburtstagskrone auf, balanciert eine silberne Kugel in der Hand und nimmt auf einemm der hölzernen Geburtstagsthrone, die die Tischlerei Eckelmann für ,,Bullermeck“ fertigte, Platz. ,,Jetzt tanzt alles nach meiner Pfeife“ grinst König Blasczok glücklich während er sich fotografieren lässt. Und seine Kollegen prophezeien feixend: ,,Das Bild kommt genau hier an die Wand!“                                  


von Christine Saemann

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